Die ganze Welt
der Blumenkübel
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Blumentöpfe in der historischen Betrachtung


Blumentöpfe und Ihre Geschichte

Wer kam nur jemals auf die Idee, Pflanzen in Blumentöpfe zu setzen…?


Vielleicht waren es die Bewohner sehr trockener Landstriche, die so dafür sorgten, dass ihre Pflanzen so überlebten. Oder vielleicht waren es auch Nomaden, die Gewächse auf Ihren Reisen durchs Land bei sich haben wollten. Ganz genau ist es auch bis heute noch nicht sicher, aber eines steht fest:

Verschiedenste Blumentöpfe mit wunderschönen Pflanzen, Kräutern oder Gemüse sind schon sehr sehr lange unsere Begleiter und reichen bis in die Zeit der antiken Griechen und Ägypter zurück. Dabei haben die Pflanzen einen spannenden Weg vom Garten in die Blumentöpfe und dann in unsere Wohnzimmer erlebt. Dank unserer Historiker wissen wir heute, dass die Blumentöpfe mit Topfpflanzen, die im Mittelalter hierzulande ins Haus geholt wurden, häufig die heimischen duftenden Gewächse waren. Bei den damals üblichen hygienischen Lebensbedingungen sollten Rosen, Lilien, Maiglöckchen und auch Veilchen den menschlichen Geruchssinn beruhigen und ablenken.

Durch lebhaften Handel im Mittelalter wurden die damaligen Handelsrouten immer weiter ausgedehnt und viele neue und fremdartige Gewächse, z. B. aus dem Morgenland, kamen seit dem 16. Jahrhundert auf diesen Wegen zu uns. Solche besonders exotischen Gewächse waren vor allem beim wohlhabenden Bürger und beim Adel beliebt. Diese kostbaren Pflanzen brachten allerdings oft das Problem mit sich, dass sie nicht winterhart waren und im kalten Winter besonders vor dem Erfrieren geschützt werden mussten. Dies konnte natürlich am besten im geschützten Haus in Blumentöpfen geschehen. Die sehr reichen Leute ließen zum Überwintern für Ihre besonderen, exotischen Gewächse sogar pompöse, prestigeträchtige Gewächshäuser für hunderte von Blumentöpfen bauen.

Orangerie Schloss Schönbrunn Wien

Diese Gewächshäuser wurden schließlich im 18. Jahrhundert durch sogenannte "Orangerien" ergänzt, in denen vor allem Zitrusfrüchte in Blumentöpfen wintersicher untergebracht wurden. Orangerien wurden zum Besten der Pflanzen ausgerichtet und ausgestattet: Wohltemperiert bei etwa 6 - 8 Grad plus Celsius und mit großem Sonnenfenster beherbergte ein solches, frei stehendes Gebäude, vielzählige Blumen, Gewächse, Kräuter etc. in verschiedensten Blumentöpfen. Auf der Fensterbank in der Wohnung blieben Pflanzen in Blumentöpfen dennoch vorerst die Ausnahme.

Die Architektur und die Bauweise für Wohnhäuser entwickelten sich natürlich auch weiter. Die Wasserversorgung wurde besser, die Fenster immer größer und es gab erste Heizungen. So wurden schließlich auch Exoten in Blumentöpfen im Haus heimisch.

Der Engländer James Cook z. B. brachte durch den florierenden Kolonialismus in Afrika und von seinen Expeditionen in den Pazifik im 18. Jahrhundert viele neue Pflanzen nach Europa. Ihm und vielen Handelsreisenden haben wir wunderschöne, prächtige Gewächse zu verdanken, die wir heute so selbstverständlich in jeder Gärtnerei oder Baumarkt finden. Sie wurden bis dahin unter meist abenteuerlichen, schwierigen Lebensbedingungen nach Europa transportiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand der Beruf des professionellen Pflanzensammlers und –Jägers. Durch diesen neuen Beruf und der sensationellen Erfindung der „Wardschen Kiste*“ explodierte förmlich die Einfuhr bis dahin unbekannter Gewächse, unter denen auch viele heilende Kräuter dabei waren. Asiatische Teesorten, Bananenbäume und Palmen und vieles mehr, waren nun in Europa zu bestaunen und konnten hierzulande in Blumentöpfen und im Beet kultiviert werden.

Wardsche Kisten

* Die „Wardschen Kiste“ (je nach Ausführung auch Kasten oder Flasche genannt), nach dem englischen Arzt Dr. Nathaniel Ward benannt, der sie eher zufällig entwickelte, war ursprünglich ein Container mit Holzwänden und einem gläsernen Spanndach, die die Überlebensrate der wertvollen Pflanzen von 5 % auf 95 % erhöhte! Bis in die 1960er Jahre hinein blieben die Wardschen Kisten die Standardmethode für den Versand von Zier- und Nutzpflanzen. Der Versand erfolgt heutzutage vorzugsweise in komplett verschlossenen Kühlcontainern, die eine stetige Temperatur von ca. +5° Celsius gewährleisten können. Die Pflanzen sind darin dunkel und fest verschlossen, was eine Kontrolle der Pflanzenqualität oder des Wasserbedarfs ist in dieser Zeit nicht möglich macht. Da im Vorfeld Reisedauer und Wasserbedarf genau kalkuliert wird, ist dies jedoch auch nicht nötig und die exotische Gewächse kommen wohlbehalten am Zielort an.

Bepflanzte Blumentöpfe gehörten endlich bis Ende der 1870er Jahre ganz selbstverständlich wie andere Dekorationsgegenstände zur Zimmereinrichtung und konnten sich trotz immer wieder ändernder Stile bis heute ihren Platz auf der Fensterbank sichern.

…und von dort sind sie einfach nicht mehr wegzudenken!

Heutzutage werden Blumentöpfe traditionell aus Terrakotta gefertigt, größere Gefäße gibt es auch aus Holz. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts werden Blumentöpfe in der Regel industriell in großen Mengen aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt. Der gängigste Kunststoff ist Polypropylen oder ABS-Kunststoff (Acrylnitril-Butadien-Styrol). Beliebt sind auch Blumentöpfe aus Glas, Stein, Porzellan. In eine moderne Einrichtung passen besonders gut Blumentöpfe und Pflanzgefäße aus Metall, wie z. B. verzinktes Stahlblech, Blech aus rostfreiem Stahl.

Der Oberbegriff „Blumentöpfe“ beinhaltet auch folgende Bezeichnungen:

  • Orchideentopf: aus durchsichtigem Kunststoff hergestellt, steht der Orchideentopf für Pflanzen mit chlorophyllführenden Wurzeln, wie eben einige Orchideenarten.
  • Blumenkasten: Eine Sonderform der Blumentöpfe ist der Blumenkasten, der meist an der Außenseite vom Fensterbrett oder am Balkon befestigt ist und eine längliche, rechteckige Form hat.
  • Größere Gefäße werden als Blumenkübel oder Pflanzkübel bezeichnet.

Und zu guter Letzt, um es blumig auszudrücken:
"Blumen sind das Lächeln der Erde" (Ralph Waldo Emerson)

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